Anschaffung bzw. - Kauf von Griechischen Landschildkröten
Wenn man sich Griechische Landschildkröten anschaffen möchte, werden immer wieder eine Reihe von Fragen auftauchen !!!
1. "Wo kann ich Griechische Landschildkröten kaufen"
2. "Was fressen Griechische Landschildkröten"
3. "Wieviel kostet die Anschaffung solcher Tiere"
Kinder und Griechische Landschildkröten:
Erfahrungsgemäß ist es bei Kindern so, dass sie ein sehr großes Interesse an Landschildkröten haben. Jedoch sollte mit dem Schildkrötenwunsch bei Kindern sehr vorsichtig umgegangen werden. Oft ist nicht klar ob die Begeisterung und Tierliebe wirklich groß genug ist, um eine jahrzehntelange Pflege dieser Tiere zu gewährleisten, oder ob es sich nur um einen kurzlebigen Kinderwunsch handelt. Deswegen wäre es von Vorteil wenn auch die Eltern gefallen an den Tieren haben und evtl. bereit sind, sie dauerhaft zu pflegen. Kinder können zudem auf gar keinen Fall alleine die volle Verantwortung übernehmen, da man zum einen nicht von ihnen erwarten kann, dass sie eigenständig ein Freilandgehege anlegen und zum anderen ist der finanzielle Aufwand einfach viel zu hoch. Griechische Landschildkröten sind weder Haustiere, Streicheltiere noch Spielzeug, sie sollten nicht häufig aufgehoben oder herumgetragen werden, denn dadurch können sie unter Stress geraten. Das nur einige Faktoren weshalb es empfehlenswert ist, sich vor der Anschaffung ausreichend Gedanken zu machen. Sinnvoll wäre noch, sich bei Fachleuten ausreichend zu informieren und vielleicht mal einen Schildkrötengarten zu besichtigen.
Männchen oder Weibchen ???
Bei Griechischen Landschildkröten zeigen Männchen und Weibchen deutliche Geschlechtsunterschiede, die etwa nach 4 bis 6 Jahren ausgeprägt sind. Gerade geschlüpfte Tiere sind meines Wissens nicht zu unterscheiden. Die Männchen haben einen längeren Schwanz und eine stärkere Schwanzwurzel, in der sich der Penis befindet, der zur Begattung und zum Absetzten von Kot und Urin ausgefahren werden kann. Der Bauchpanzer ist leicht nach innen gewölbt (nur bei Adulten Tieren), damit das Männchen bei der Paarung nicht vom Weibchen abrutschen kann. Desweiteren findet man Unterschiede in der Form der Schwanzschilde, des Bauchpanzers und im Oberschwanzschild des Rückenpanzers. Die Weibchen sind im Gegensatz zum Männchen größer und Schwerer und ihr Geschlechtsorgan liegt näher am Körper. Der Hornnagel ist wesentlich kleiner und etwas nach innen gebogen, der Bauchpanzer ist flach.
Aussehen:
Griechische Landschildkröten haben einen gewölbten Panzer mit schwarzen klaren Mustern auf hornfarbenem Hintergrund (nur THB, jedoch nicht bei THH). Die THH/Westrasse ist leicht an den zwei schwarzen, durchgehenden Längsbändern auf dem Plastron zu erkennen. Das größte Unterscheidungsmerkmal sind die Höckerschuppen am Hinterschenkel neben dem Schwanzansatz. Maurische Landschildkröten besitzen hier eine einzige kegelförmige Schuppe, Griechische Landschildkröten nicht. Von der ebenfalls verbreiteten Breitbandschildkröte (Testudo-marginata) ist die Griechische Landschildkröte leicht zu unterscheiden. Die Breitbandschildkröte hat auf dem Bauchpanzer eine große Dreieckszeichnung, außerdem wird sie viel größer (ca.35cm), hat eine dunklere Carapaxgrundfärung und einen völlig andere Panzerform. Die Griechische Landschildkröte (Ostrasse/THB) hingegen hat zu einem Längsband angeordnete Punkte, die viel schwächer und leicht verwaschen sind als bei der Westrasse. Mit der ebenfalls anzutreffenden Steppenschildkröte hat die Griechische Landschildkröte keine Gemeinsamkeiten. Die Steppenschildkröte hat ziemlich verwaschene Zeichnungen auf ihrem Panzer, die oft ins olivfarbene gehen und außerdem nur vier Zehen an den Vorderbeinen (deshalb auch Vierzehenlandschildkröte). Alle anderen Arten, darunter auch die Griechische Landschildkröte haben fünf Zehen (nicht immer, kann !!! – muss aber nicht so sein).


Wer sich Landschildkröten halten möchte, ist meiner Meinung nach am besten beim Züchter beraten. Ich würde die Tiere auf gar keinen Fall nochmal in einer Zoohandlung kaufen, dort ist man oft sehr schlecht beraten und die Verkäufer haben zu 90% keine Ahnung. Es kann sogar noch passieren, dass man falsches oder überflüssiges Zubehör verkauft bekommt. Also die Tiere lieber beim Züchter kaufen.
Habe vor ungefähr vier Jahren selber die Erfahrung gemacht. Meine Freundin und ich, hatten mit dem Gedanken gespielt uns Griechische Landschildkröten anzuschaffen. Gesagt, getan !!! Ohne uns ausführlich Gedanken zu machen, sind wir losgezogen und haben uns in einer Zoofachhandlung 2 Griechische Landschildkröten gekauft.
Wir wurden nicht nur schlecht beraten:
1. "Terrarienhaltung (hinzu noch zu klein)"
2. "Falsches Futter"
3. "Falsche Beleuchtung"
4. "und, und, und"
Unsere Schildkröten hatten auch noch sehr starken Wurmbefall, so das erstmal eine Wurmkur für beide fällig war. Ich denke das muss nicht immer so sein. Trotzdem würde ich empfehlen, dass wenn die Tiere doch in einer Zoofachhandlung gekauft wurden, sie kurz vom Tierarzt durchecken zu lassen oder eine Kotprobe zur Untersuchung auf evtl. Erkrankungen abzugeben. Da sich die meisten Schildkröten-Neulinge sich erst im Nachhinein Gedanken über die Pflege und Haltung ihrer Landschildkröten machen, (so wie ich damals) sollte man prüfen, ob sich alle notwendigen Bedingungen herstellen lassen, um eine möglichst artgerechte und naturnahe Haltung im Garten zu realisieren. Man sollte auch bedenken, dass dieses Hobby ziemlich zeitintensiv ist und den einen oder anderen Euro kosten wird. Es sollte auch beachtet werden, dass dieses Hobby nichts ist wenn man viel auf Reisen ist, da immer eine erfahrene Person vor Ort sein sollte, die sich mit den Tieren auskennt und das tägliche Reinigen und Wiederauffüllen der Trink bzw. Badeschalen übernimmt. Außerdem muss mehrmals täglich eine Sichtkontrolle über das Wohlbefinden der Tiere erfolgen.Desweiteren ist zu beachten:
1. "Schildkröten sind kein Spielzeug"
2. "Sehr stressempfindlich"
3. "Täglich frisches Futter, am besten Wiesenkräuter etc."
4. "Empfehlenswerte Schildkröten Lektüre studieren"
5. "Anschaffungskosten inkl. Zubehör ca. 850,-- EURO"
Aktualisiert (Samstag, den 14. August 2010 um 05:45 Uhr)













