Überwinterung Griechischer Landschildkröten im Kühlschrank
Wie anfangs schon erwähnt ist die Winterstarre gerade bei Jungtieren eine ganz wichtige Sache, da sie sonst zu schnell wachsen und daran erkranken können. Auch für die Fortpflanzung, besonders bei weiblichen Tieren spielt die Winterstarre eine wichtige Rolle. Außerdem sind Tiere die von Anfang an eine Winterstarre halten, widerstandsfähiger und lebendiger.
Wer hält Winterstarre ???
Allen Landschildkrötenarten in deren Herkunftsländern es kalte Winter gibt, sollte man die Möglichkeit der Überwinterung bieten. Ist man sich über das Herkunft seines Tieres unklar, sollte man sich vor einer Überwinterung ausgiebig informieren. Denn es kann sein, dass das Tier aufgrund seiner Herkunft gar keinen Winterschlaf hält. Um kalte Temperaturperioden (Winter) zu überstehen, fallen Landschildkröten aus europäischen Ländern wie Frankreich, Italien oder Griechenland in eine Winterstarre. Eine Überwinterung ist also auch für die in Gefangenschaft lebenden Tiere, um eine langfristige Gesundheit zu gewährleisten unumgänglich.
Vorbereitung:
Wenn alles optimal läuft, bereiten sich die Schildkröten im Freiland von selber auf die Überwinterung vor und stellen so gegen Mitte Oktober/Anfang November (je nach Witterung) die Nahrungsaufnahme ein. Prinzipiell könnten die Tiere auch im Freiland überwintern, (dass bleibt jedem selber überlassen). Ist eine Heizung installiert und das Frühbeet gut isoliert, gibt es nicht besseres und naturnahes als die Tiere im Frühbeet überwintern zu lassen. Seit meine Landschildkröten überwintern, lasse ich sie im Kühlschrank überwintern. Zur weiteren Vorbereitung der Winterstarre ist auch zu Überprüfen, das die Tiere gesund sind. Keine Panzer oder Hautschäden haben, nicht erkältet sind und keine verstärkten Darmparasiten (Würmer) haben. Dazu muss eine Kotprobe vom Tierarzt untersucht werden. Um diese zu erhalten, können die Tiere im lauwarmen Wasser gebadet werden. Wie oben schon erwähnt, findet die Vorbereitung ab Mitte Oktober statt und dauert ca. 4 Wochen. Die Vorbereitungszeit sollte in einem beheizten Frühbeet oder Schutzhütte stattfinden. Der Vorteil hierbei ist das man die natürliche Tageshelligkeitsverkürzung in Anspruch nehmen kann. Die Temperatur im Schutzhaus kann durch ein Digitalthermometer leicht angepasst werden. Wichtig ist eine Darmentleerung vor dem Winterschlaf. Während dieser Zeit werden die Schildkröten 1 - 2 mal wöchentlich im lauwarmen Wasser gebadet. Zusätzlich sollte täglich frisches Trinkwasser angeboten werden. Die Schildkröten müssen behutsam auf die bevorstehende Ruheperiode, durch langsame Reduktion von Beleuchtungsintensität und Dauer, sowie der Haltungstemperatur vorbereitet werden. Am Tage 18°C – 20°C und in der Nacht 12°C – 16°C. Wenn die Temperaturen dann in der Nacht bei 5°C liegen, bringe ich die Schildkröten in ihre gut belüfteten Überwinterungskisten und dann geht’s ab in den Kühlschrank. Hier können die Temperaturen auf den optimalen Bereich von (5-6°C) genau eingestellt werden, (mittels Digitalthermometer welches bis in die Kiste reicht). Im Kühlschrank kann außerdem noch eine flache Wasserschale untergebracht werden, die für die notwendige Luftfeuchte sorgt.
Überwinterungskiste:
Für die Überwinterung kann man Kisten (Kunststoffboxen) mit sicher schließendem Deckel mit Luftlöchern verwenden. Die Kisten müssen genügend hoch mit Substrat: (Erde, Rindenmulch, Sand oder Laub gefüllt sein). Hierbei ist zu beachten, dass das Substrat feucht gehalten werden muss (nicht nass!).
Regelmäßige Kontrolle:
Sind die Schildkröten erstmal im Kühlschrank und schlafen, ist die Arbeit für die nächsten Monate schon fast erledigt. Allerdings muss 1-2x in der Woche die Kühlschranktür für ein paar Minuten zum Lüften geöffnet werden. Darüber hinaus ist eine regelmäßige Kontrolle der Tiere unbedingt notwendig, um eventuell auftretende Komplikationen frühzeitig zu erkennen. Einmal im Monat sollten die Tiere gewogen werden. Anzeichen das mit dem Tier etwas nicht stimmt, sind wenn die Schildkröte sich nicht eingräbt oder ständig wieder ausgräbt. Zu starke Gewichtsabnahme (mehr als 10% vom herkömmlichen Körpergewicht). Äußerliche Veränderungen des Panzers oder Hautentzündungen. Wenn einer dieser Fälle auftritt, den Winterschlaf unterbrechen, die Schildkröte aufwärmen und zum Tierarzt bringen.
Beenden des Winterschlafes:
Wenn die Schildkröten die Winterstarre gut überstanden haben, geht es dann in Februar oder März ans aufwecken. Hierbei beachten, dass das aufwärmen ähnlich langsam wie das Abkühlen erfolgen muss. Zunächst den Kühlschrank einen Spalt öffnen, bis die Temperatur im Schrank und Raum sich angenähert haben. Später kann man die Kisten heraus stellen und weiter aufwärmen lassen. Irgendwann werden sich die Tiere ausgraben und können dann ins Übergangsterrarium gebracht werden. Dort können sie dann langsam auf Temperatur gebracht werden. Es wird nicht lange dauern bis sie wieder aktiv werden und anfangen Nahrung aufzunehmen. Sobald die Temperaturen es im April/Mai wieder zulassen, können sie ihre Freilandgehege wieder beziehen.
Aktualisiert (Samstag, den 14. August 2010 um 05:44 Uhr)














